Solidaritätserklärung mit den kämpfenden Frauen* und Arbeiter*innen in Iran

Die Frauen und Arbeiter*innen im Iran kämpfen trotz der staatlichen Repressionen, seit Jahren für ihre Forderung nach Freiheit, Brot und Gleichheit. Sie benötigen intensive internationale Solidarität. Gerade jetzt wo kriegerische Drohungen, eine unabhängige Berichterstattung verhindern, wollen wir uns solidarisch erklären mit einem breiten Protest und den Widerstandsbewegungen im Iran, welche Demokratisierung und Frieden für ganz Westasien bedeuten könnten. Zudem geht es uns um eine Bekämpfung der Fluchtursachen welche begründet sind in unmoralischen Handelsabkommen um Ressourcen und Waffen mit Militärregimen. Wir hoffen aus einem gemeinsamen Bewusstsein der Menschheit über ihre Koexistenz zu konkrete Formen der Solidarisierung mit den Betroffenen weltweit zu kommen.

Die Situation im Iran hat allein in vergangenen Januar in 100 Städten Irans zur Streiks und Demonstrationen geführt. Ökonomisch werden die Menschen unter der Armutsgrenze gehalten und sind Hungersnöte ausgesetzt.  Zu dem kämpfen viele mutige Frauen, für ihr Recht auf Selbstbestimmung. Das Regime unterdrückt Frauen, Arbeiter*innen und geht rassistisch gegen Minderheiten, wie Belutschen, Arabern und Kurden, Migranten aus Afghanistan und religiöse Minderheiten vor. Die technologischen Mittel, wie die Ausrüstung der Polizei, Überwachungstechnologien der Geheimdienste oder Privatisierungsmethoden sind nicht selten Importware aus Deutschland.

Trotz all dem gelingt es der Bevölkerung auf sich aufmerksam zu machen. Seit 2017 sind die Kämpfe der „Mädchen der Straße der Revolution“ gegen Zwangsverschleierung Weltweit bekannt geworden. 2018 haben Arbeiter*innen der Zuckerfabrik Haft-Tapeh  die Fabrik samt Plantagen besetzt um ihre ausstehenden Löhne einzufordern sowie gegen die Privatisierung des Industrie komplexes zu Protestieren. Nach ihrer Verhaftung gingen in der Stahlfabrik in Ahvaz die Arbeiter*innen in Solidaritätsstreik bis sie zunächst ihre Freilassung errungen. Nachdem am ersten Mai Studierende aus Teheran ihre Solidarität gegenüber der Arbeiter*innen ausdrückten, ging das Regime erneut brutal mittels Kidnapping vor und verhaftete bis zur 180 uns bekannte Aktivsten aus verschiedenen sozialen Bewegungen. Darunter Ali Nejati, Esmail Bakhshi und Bürgerrechtlerin und Journalistin Sepideh Qoliyan, die letztere haben über den Folterfall durch iranischen Geheimdienst berichtet.  Zudem sind Aktivist*innen und Journalist*innen der Zeitschrift „Gaam“ (Schritt) Sanaz Alahyari, Amirhosein Mohamadi und Amir Amirgholi, die über die Arbeiter*innenproteste berichtet haben, nun seit 9 Monaten ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis. 

Das Schatten des Kriegs wird vom iranischen Regime dafür genutzt, die Unterdrückung der Arbeiter*innenproteste fortzuführen  und demokratische Forderungen zu delegitimieren und somit das Land in einem großen Ausverkauf zu verscherbeln. Die Lage der Arbeiter*innen im Iran zwingt uns, die gewerkschaftliche Solidarität im Ausland, besonders in Deutschland neu zu definieren und zu intensivieren. Die Erfahrung der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der Kampf und Widerstand von Frauen* und Arbeiter*innen Weltweit in eine Wechselwirkung zu einander stehen.

Daher fordern wir die Gewerkschaften in Deutschland dazu auf, sich konsequent mit den Frauen*, Arbeiter*innen und Studierenden in Iran zu solidarisieren.

Wir fordern eine internationale gewerkschaftliche Delegation auf, nach Ahvaz und Haft-Tapeh im Iran zu reisen und die politischen und juristischen Bedingungen der Arbeiter*innen dort zu untersuchen. 

Wir fordern die Organisierung von Informations- und Solidaritätsveranstaltungen in allen Gewerkschaftshäusern. 

Wir fordern eine gewerkschaftliche Kundgebung vor der iranischen Botschaft in Berlin.

Niemand ist frei solange wir nicht alle frei sind.

Arbeitskreis zur Solidarität mit der Frauen*- und Arbeiter*innen Bewegung in Iran

*-Dieser Stern wird in der Schreibweise benutz, um alle die sich nicht in Binäre Geschlechternormen einordnen lassen wollen sichtbar zu machen.


E-Mail: iransoli@riseup.net

Weitere Informationen dazu auf Deutsch:

https://www.klassegegenklasse.org/iran-warum-wir-alle-arbeiterinnen-in-haft-tapeh-sein-muessen/?fbclid=IwAR1gd92L_mulEyDNOgJh6Muna_juxuwfkMIbC9lTRHBUarhhPte9wAMDwhE

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https://lowerclassmag.com/2019/07/16/die-usa-und-die-islamische-republik-sind-reaktionaer-und-muessen-bekaempft-werden/?fbclid=IwAR2pcPmw_GSan8oog4tT9JhOY7LRRrXhOOQRg9kAufDzqxp8C1ULgBDqhbU

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https://www.untergrund-blättle.ch/politik/asien/massenproteste_im_iran_4570.html?fbclid=IwAR3bpvANTZt5oMV-w3byNRjq2G2XOX5brsAHn5xeTmwBZNg2-fz5fHKZsVs

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https://www.klassegegenklasse.org/iran-warum-wir-alle-arbeiterinnen-in-haft-tapeh-sein-muessen/?fbclid=IwAR1gd92L_mulEyDNOgJh6Muna_juxuwfkMIbC9lTRHBUarhhPte9wAMDwhE

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https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=%2Fartikel%2F324556.rebellion-im-iran.html&fbclid=IwAR1vXcnV9P_XbcnH6vydp50tPQy1o921WJML4FUkC_GUOowqks44Zo8NKRk

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https://www.jungewelt.de/artikel/358763.die-linke-im-iran-die-arbeiterbewegung-im-iran-erlebt-eine-renaissance.html?fbclid=IwAR2Fn6P1v1xZZEXgElaHNuGJBmlK8teFCuyrJNfhMNvgnehoKFKMgahgBHg




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